- Mexiko erntet jährlich zwischen vier und fünf Millionen Säcke mit 60 kg Kaffee und befindet sich mit einem Weltmarktanteil von 2 bis 3% in den Top 10 der Anbauländer.
- Heute ist Mexiko vor allem für seinen qualitativ hochwertigen Arabicakaffee bekannt, der hauptsächlich in den südlichen Bundesstaaten angebaut wird.
- Der Kaffeeanbau in Mexiko wird hauptsächlich von kleinen Familienbetrieben betrieben, die ihre Kaffeekirschen per Hand pflücken, was die Qualität des Kaffees erhöht.
Zwischen vier und fünf Millionen Säcke à 60 kg voll Kaffee werden jedes Jahr in Mexiko geerntet. Damit kommt das Land auf einen Weltmarktanteil von rund 2 bis 3 %. Das klingt zwar zuerst wenig, reicht aber für Mexiko regelmäßig zu den zehn größten Kaffeeanbauländer zu gehören. Auch bei uns gewinnt der Kaffee von dort immer mehr Fans, mit rund 2/3 der Ernte wandert das Gros der mexikanischen Ernte allerdings zu seinem nördlichen Nachbarn, den USA.
In Deutschland wird mexikanischer Kaffee oft als Fair Trade-Produkt gehandelt. Kleine bis mittlere Kaffeeröstereien handeln den Kaffee nicht selten sogar als Direct Trade. Gerade im Bio-Bereich hat sich mexikanischer Kaffee inzwischen fest etabliert. Viele Kaffeeexperten sehen Mexiko schon länger als einen der Vorreiter in der Branche, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit und biologischer Anbau geht.
Kaffeeanbau liegt in den Händen vieler kleiner Familienbetriebe
Kaffee wird oft von kleinen Familienbetrieben angebaut, wo in der Regel noch per Hand gepflückt wird. Diese mit Abstand am aufwendigste Pflückmethode, wirkt sich aber positiv auf die Qualität des Kaffees aus. Unter den verbreiteten Pflückmethoden ist das Pflücken mit der Hand die mit Abstand schonendste für die Kaffeekirschen. Außerdem können die Pflücker nur reife Kirschen pflücken und die unreifen noch für eine Weile am Ast lassen. Auch moderne Erntemaschinen machen diesen Unterschied nicht.
Bereits die Spanier bauten in Mexiko Kaffee an
Der Kaffeeanbau in Mexiko kann auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Bereits kurz nach Ankunft der Spanier begannen die Kolonialherren nicht nur in der Karibik, sondern auch in Regionen des heutigen Mexiko Kaffee anzubauen.
Lange setzten die mexikanischen Kaffeefarmer vor allem auf Masse. Eine staatliche Behörde lenkte dabei die jährliche maximale Menge an geernteten Kaffee, sorgte damit aber auch für gesicherte Preise und verhinderte eine Überproduktion. Er kurz vor Beginn der 1990er wurde die Regulierung abgeschafft und der internationale Kaffeemarkt begann Angebot und Nachfrage wirken zu lassen. Als es während der Kaffeekrise (1998 bis 2004) zu einem massiven Preisverlust kam, waren vor allem mexikanische Farmer betroffen und mussten nicht selten Konkurs anmelden. Zu lange hatten zu viele vor allem Kaffee für den Massenmarkt angebaut. Eine Neuausrichtung schien bitter nötig. Die aufkommende Third Wave in der Kaffeewelt, und deren neuen Qualitätsstandards, boten dem mexikanischen Kaffeeanbau eine perfekte Möglichkeit sich fortan auf den Anbau qualitativ hochwertigem Kaffee zu konzentrieren.
Radikaler Wandel hin zu Qualitätskaffee
Heute steht mexikanischer Kaffee vor allem für Qualität. Zudem ist Mexiko ein Land des Arabicakaffees geworden, der mit 90% Marktanteil den Anbau dominiert. Dabei konzentriert sich der Anbau auf die südlichen Bundesstaaten des Landes. Dort herrschen bereits ähnliche Höhenverhältnisse, klimatische Bedingungen und fruchtbare Vulkanböden wie in den benachbarten Kaffeeanbaunationen Guatemala und El Salvador. Kurzum, die perfekten Anbaubedingungen für Hochlandkaffee.
Allerdings liegen mit Regionen im Bundesstaat Puebla, erste Anbaugebiete bereits im zentralen Teil von Mexiko. Zumindest für mexikanische Größenverhältnisse grenzt das Bundesstaat fast an die etwas westlich gelegene Hauptstadt Mexico City. Vor allem grenzt Puebla allerdings im Süden an Bundesstaaten, deren Namen inzwischen echten Kaffeekennern ein fester Begriff ist: Veracruz, Oaxaca und vor allem Chiapas.
Veracruz und Oaxaca werden durch einen Gebirgskamm getrennt, so dass der eine Bundesstaat eine Karibikküste aufweisen kann, der andere an den Pazifik grenzt. Veracruz ist für den in der Bergregion angebauten Altura Coatepec besonders bekannt, während Kaffeeliebhaber den Pazifikstaat Oaxaca wegen dem nach der Region benannten Oaxaca Pluma Kaffees kennen. Mit der beste Kaffee aus Mexiko stammt aber aus Anbaugebieten in Chiapas. Die Anbaugebiete dort liegen im Süden des Bundesstaates und verfügen bereits über dieselben fruchtbaren Vulkanböden wie der qualitativ ebenfalls hochwertige Arabicakaffee des Nachbarn Guatemala.
Altura – je höher, desto besser
Übrigens, auch wenn Mexiko einige gute Hochlandkaffees aufbieten kann, firmieren die Kaffees dort unter Bezeichnungen wie Altura Coatepec, Altura Orizaba oder auch Altura Jalapa. Die Bezeichnung „Altura“ darf ein Kaffee nur führen, wenn er mit der gängigen Definition von Hochlandkaffee übereinstimmt. Und Mexiko kann einige Höhenlagen vorweisen, die sich perfekt zum Anbau von Arabicakaffeepflanzen eignen.
Er mexikanische Arabicakaffee wird vor allen von den beiden dominierenden Varianten Arabica Bourbon und Arabica Typica geprägt. Sie sorgen mit dafür, dass Kaffees aus Mexiko für ihren vollmundigen Körper und eine ausgewogene Tasse bekannt sind. Trotz der Dominanz von zwei Arabicavarianten, gilt der Kaffee aus Mittelamerika als besonders vielfältig. Je nach Anbaugebiet dominieren unterschiedliche Aromen und Aspekte im Geschmack. Generell lässt sich aber sagen, dass die Kaffeebohnen von hier als angenehm milde klassifiziert werden. Zudem zeichnen sie sich meist durch einen besonders niedrigen Säuregehalt aus.